Kunst verboten, dann Patent | Aylin Bönneken, Gründerin
Shownotes
Ist dir schon einmal aufgefallen, dass in Krankenhäusern, Ämtern und Schulen kaum noch Bilder hängen? Aylin Bönneken ist es aufgefallen, und zwar auf die harte Tour. Mit 18 stand ihre erste große Ausstellung im Uniklinikum, alles war organisiert, und dann kam der Brandschutzbeauftragte. DIN 4102-1: brennbare Gegenstände dürfen in öffentlichen Gebäuden nicht ausgestellt werden. Ein Keilrahmen aus Holz mit Leinwand ist genau das.
Ihre erste Frage war nicht „warum ich", sondern „warum fällt das eigentlich niemandem auf". Sie hat recherchiert, was es am Markt gibt und was fehlt, und daraus einen B1-zertifizierten, nicht brennbaren Keilrahmen entwickelt und patentieren lassen. Eine Lösung, von der alle Künstler profitieren. Nebenbei hat sie internationale Preise gewonnen und im Louvre ausgestellt. In dieser Folge vom Ludwig-Erhard-Gipfel spricht sie mit Laura darüber, wie aus einem Ärgernis ein Produkt wurde, was hinter dem schönen Schein von Kunstmessen wirklich steckt, und warum sie das Wort „Talent" für irreführend hält.
🔥 In dieser Folge lernst du: ► Wie eine DIN-Norm dafür sorgt, dass Kunst aus öffentlichen Gebäuden verschwindet ► Wie aus einer Absage in letzter Sekunde eine Patentanmeldung wurde ► Was ein B1-zertifizierter Keilrahmen ist und warum er das Problem löst ► Wie internationale Ausstellungen und Kunstpreise tatsächlich zustande kommen ► Warum hinter „Talent" vor allem Arbeit und Entwicklung stecken ► Was Messe-Alltag für Künstler wirklich bedeutet
❓ Häufige Fragen aus der Folge: ► Warum hängt in öffentlichen Gebäuden kaum noch Kunst? Wegen der DIN-Norm 4102-1. Sie besagt, dass brennbare Gegenstände in der Öffentlichkeit nicht ausgestellt werden dürfen. Ein klassischer Keilrahmen aus Holz mit Leinwand fällt genau darunter. ► Warum dürfen Museen dann ausstellen? Museen haben Sprinkleranlagen, und alte Werke sind Kulturgut, das so bleiben darf, wie es ist. Ein Leonardo da Vinci lässt sich nicht auf einen neuen Rahmen ziehen. Für neue Kunst gelten die aktuellen Bestimmungen. ► Was genau hat Aylin entwickelt? Einen Keilrahmen, also das Holzgerüst hinter dem Bild, zusammen mit einem nicht brennbaren Stoff. Entscheidend ist die B1-Zertifizierung, das heißt nicht brennbar. Damit dürfen Werke wieder öffentlich hängen. ► Wie kam ihre Kunst in den Louvre? Über internationale Kunstmanager, die sie vor einigen Jahren in Paris kennengelernt hat. Seitdem folgten internationale Preise und Ausstellungen. ► Ist Talent das Entscheidende? Sie sieht das kritisch. Talent entsteht ihrer Meinung nach erst dadurch, dass man das, was man gerne und gut macht, konsequent entwickelt. Erst daraus wird professionelle Arbeit und Qualität.
👥 Für wen ist diese Folge? ► Alle, die wissen wollen, wie aus einem konkreten Problem ein Geschäftsmodell wird ► Gründerinnen und Gründer, die überlegen, eine Idee patentieren zu lassen ► Kreative, die ihre Arbeit professionell aufstellen wollen
⏱ Kapitelmarken: 00:00 ► Aylin Bönneken – Künstlerin 01:02 ► Mit 4 Jahren entdeckt: Wie alles anfing 01:23 ► Ist Malen das, was am meisten Spaß macht? 01:41 ► Warum abstrakte Kunst 01:50 ► Wie es zur Patentanmeldung kam 02:37 ► Warum Kunstwerke in Museen hängen dürfen 03:12 ► Wie die Idee entstand 03:34 ► Der B1-zertifizierte Keilrahmen 04:09 ► Wie ihre Kunst in den Louvre kam 04:38 ► Das Gefühl, entdeckt zu werden 05:37 ► Warum „Talent" das falsche Wort ist
✅ Die wichtigsten Tipps zum Mitnehmen: ► Wenn dich etwas ärgert, frag zuerst, warum es sonst niemandem auffällt. Genau da liegt oft die Lücke ► Schau dir an, was es am Markt gibt und was fehlt, bevor du etwas Eigenes entwickelst ► Eine Lösung, die deiner ganzen Branche hilft, trägt weiter als eine, die nur dein eigenes Problem löst ► Sichtbarkeit ist Arbeit. Messen, Gespräche, Social Media gehören zum Handwerk dazu ► Talent ist der Anfang, nicht das Ergebnis. Entwickelt wird es durch Übung und Ausbildung
🔗 Ressourcen & Links: • Aylin Bönneken – Kunst & Kontakt: https://www.linkedin.com/in/aylin-b%C3%B6nneken-7617612a1/ • Passender Blogartikel: kommt schnellstmöglich
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Transkript anzeigen
00:00:00: Als ich achtzehn geworden bin, hatte sich die große Chance im Uniklinikum viele meiner Werke auszustellen zu vermieten.
00:00:05: Und in der letzten Sekunde ist leider der Brandschutzbeauftragte uns in die Quere kommen weil die Bilder unter den Brandschutzzahlen und die besagt leider dass alle brennbaren Gegenstände in der Öffentlichkeit nicht mehr ausgestellt werden dürfen.
00:00:17: Dann hattest du die Idee... Man muss was ändern, du willst etwas ändern und du hast auch erzählt.
00:00:21: Du hast ein Patent angemeldet richtig?
00:00:23: Ja, richtig!
00:00:23: Wie kam es dazu?
00:00:24: also warum fällt es keinem auf das in öffentlichen Gebäuden keine Kunst mehr hängt?
00:00:29: ich musste dann wirklich selber auch für mich erstmal gucken Was gibt es nicht auf dem Markt?
00:00:32: was gibt es auf den Markt?
00:00:34: Und wie kann man das miteinander verknüpfen und eben etwas entwickeln daraus was uns alle als Künstler auch wieder weiter hilft?
00:00:40: und was hast du da ganz genau jetzt entwickelt?
00:00:49: Hier auf dem Ludwig Err hat gefühlt, trifft man immer auf ganz besondere Persönlichkeiten.
00:00:52: Und neben mir steht eine ganz besonderen Künstlerin, die Eileen sehr super früh ihr Talent zum Zeichnen mal entdeckt.
00:00:58: Vielen Dank, dass du da bist und dir Zeit für uns nimmst!
00:01:00: Vielen lieben Dank ja... Wie
00:01:01: alt warst du denn als du angefangen hast zu zeichnen oder als dein Talent entdeckt wurde?
00:01:05: Ja so vier fünf Jahre, dann haben meine Eltern gesehen das ich etwas mache und keiner wusste woher das kommt.
00:01:11: aber es wurde auf jeden Fall super viel unterstützt und ich glaube das war das was wirklich ausschlaggebend auch war.
00:01:17: jetzt
00:01:18: Du hast gesagt im Vorgespräch meintest du auch, du hast mit Ballett, mit Tanzen viele Sachen ausprobiert.
00:01:23: Aber malen war das was du immer gemacht hast und dir Spaß gemacht hat?
00:01:27: Ja genau also Balletts, Tennis, Turn.
00:01:31: alles möglich habe ich gemacht aber trotzdem nach der Schule abends gezeichnet und morgens zur Schule gegangen.
00:01:38: Also dabei bin ich wirklich geblieben bei der Kunstin.
00:01:41: Und
00:01:41: was machst du für Kunst?
00:01:43: Hauptsächlich nach dem Studium eher abstrakte Kunst.
00:01:45: Du hast auch erzählt, du hast ein Patent angemeldet.
00:01:47: richtig... Ja, richtig!
00:01:49: Wie kam es dazu?
00:01:50: Als ich achtzehn geworden bin hatte ich die große Chance im Uniklinikum viele meiner Werke auszustellen zu vermieten und in der letzten Sekunde ist leider der Brandschutzbeauftragte uns in die Quere gekommen weil die Bilder unter die Brandschutzzweilen, unter den Dienormen Und die besagt leider, dass alle brennbaren Sachen in der Öffentlichkeit oder alle berennbaren Gegenstände nicht mehr ausgestellt werden dürfen.
00:02:17: Und dann hattest du die Idee?
00:02:18: Man muss was ändern!
00:02:19: Du willst etwas
00:02:20: ändern?!
00:02:20: Ja meine erste Frage war warum fällt das keinem auf?
00:02:23: tatsächlich also warum fällt es keinem auch das an öffentlichen Gebäuden oder in öffentlichen Gebäuden keine Kunst mehr hängt.
00:02:31: Ist überhaupt nicht aufgefallen Ja, aber wie ist es denn mit Museen oder so?
00:02:35: Da kann ja Kunst einfach hängen.
00:02:37: Also da haben wir auch Sprenkelanlagen und man kann jetzt kein Leonardo da Vinci mehr auf einen anderen Rahmen machen oder das ist ja schon gemalt und es ist eben altes Kulturgut was auch eben so bleiben darf wie es ist.
00:02:51: Aber ich denke jetzt Aufgrund den neuen Bestimmungen die es gibt muss man sich auch den neuen bestimmungen anpassen.
00:02:56: also Man muss Mit dem mit dem gehen, was jetzt da ist und was kommt.
00:03:03: Und dann hattest du das einfach ergriffen gefunden und gesehen und dachtest dir jetzt ändere ich mal etwas?
00:03:08: Wie kamst du auf die Idee?
00:03:09: Hast du dich so recherchiert oder...
00:03:11: Ja genau!
00:03:12: Ich musste dann wirklich selber auch für mich erstmal gucken, was gibt es auf den Markt, was kann man...?
00:03:19: Was gibt es nicht auf dem Markt?
00:03:20: Was gibt's auf dem Markt?
00:03:22: Und wie kann man das miteinander verknüpfen und eben etwas entwickeln daraus, was uns alle als Künstler auch wieder weiter
00:03:29: hilft?!
00:03:30: Und was hast du da ganz genau jetzt entwickelt?
00:03:31: Du meinst irgendwie ein Rahmen, richtig?
00:03:33: Ja genau.
00:03:34: Einen Keilrahmen also dieses Holz, das hinter dem Rahmen ist mit dem Stoff dazu der auch nicht brennbar ist damit man den eben wieder in die Öffentlichkeit hängen kann
00:03:44: und eine Farbe die ist dann egal.
00:03:46: oder muss man trocken?
00:03:46: Die
00:03:47: Farbe ist egal Hauptsache der Keilraum an sich ist B-Eins zertifiziert.
00:03:55: Und du hattest dann auch im Vorhinein erzählt, dass deine Kunstwerke schon im Louvre ausgestellt worden sind.
00:03:59: Im Leonardo da Vinci Museum richtig?
00:04:02: Ja, richtig!
00:04:02: Was war das denn für ein Gefühl für dich in dem Moment, also wie kam es überhaupt dazu, dass da deine Kunst ausgestellt wird?
00:04:09: Ich habe vor ein paar Jahren internationaler Kunstmanager kennengelernt in Paris und ja seitdem hab ich viele internationale Preise
00:04:19: gewonnen
00:04:20: oder bekommen dürfen auch überall ausstellen dürfen.
00:04:26: Also das war eine unglaublich schöne Zeit auf.
00:04:31: Was
00:04:31: war da für ein Gefühl bei dir, als du plötzlich so entdeckt wurdest in der Form sozusagen?
00:04:36: War das schön überraschend?
00:04:38: Ja, schön überrassend aber es ist natürlich auch trotzdem immer mit Arbeit verbunden.
00:04:42: also jetzt zu sagen ach du gehst ja schön reisen und du machst das schon... Das sind ja auch Messestände
00:04:49: auf
00:04:50: der größten Messe in Istanbul zu stehen mit seinen Bildern.
00:04:54: Sein Werk ist dann auch Arbeit, den ganzen Tag an der Messe zu stehen und wirklich den Leuten zu... Also man kriegt wirklich immer die selben Fragen.
00:05:02: Und man muss sie immer wieder beantworten, immer wieder und wieder und das auch wirklich von morgens bis abends.
00:05:08: Dann hat man vielleicht am Abend wenn es schon dunkel ist mal ein zwei Stunden noch wo man draußen gucken kann aber...
00:05:13: Ja vor allem denkt so man hat einen Talent oder von der Außenwirkung.
00:05:18: Man muss jetzt alles können und es läuft alles von alleine.
00:05:20: Aber es steckt viel Arbeit dahinter.
00:05:22: du musst auf Messen gehen dich zeigen, du musst deine Kunst ausstellen.
00:05:25: Social Media wird noch darüber gesprochen dass es super schwierig ist alles so unter einen Hut zu bringen und alles so zu vereinen weil Talent ist nicht alles oder?
00:05:36: Ja ich glaube dieses Wort Talent ist für mich auch irgendwie ganz komisch weil ich glaube wir alle müssen das was wir gerne können was wir machen und gut können entwickeln.
00:05:51: Daraus kann erst ein Talent entstehen, also daraus kann er es professionelle Arbeit werden.
00:05:56: Dafür muss man auch für sich erstmal studieren alles und ich glaube das macht erst hinterher die Qualität auch aus.
00:06:05: Also vielen Dank für deine Zeit, für das Interview.
00:06:08: wo kann man dich finden?
00:06:09: Wo kann man deine Kunst kaufen?
00:06:11: Wo stellst du aus?
00:06:12: Meine Kunst findet man unter www.ailinbazd.
00:06:15: Vielen Dank
00:06:16: Danke.
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